Dies zu ändern ist das Ziel des Churer Seevereins.
Die Idee, auf dem Churer Rossboden einen
See zu bauen, ist nicht neu. Am 21. Oktober 2004 sassen jedoch einige Leute
zusammen, die diese Idee der Realität einen Schritt näher bringen wollten. So
unterschiedlich die Motivationen für das Dabei sein auch waren, das Ziel war
dasselbe: Chur braucht einen See. Die Gründungsversammlung des Churer
Seevereins wählte Anna Ratti (Präsidentin), Eva Ködderitzsch, Bruno Claus, Jon
Domenig und Reto Lardelli in den Vorstand. Später kam noch Barla Cahannes
Renggli dazu.
Seitdem wurden die grundlegendsten Ideen
für eine Wasserlandschaft auf dem Churer Rossboden inklusive Rheinsand
gesammelt. Diese beinhalten die verschiedensten Aspekte von der Ökologie
(Ausweitung des Rheins und Biotope) bis zur touristischen Nutzung eines Sees
zum Surfen, Segeln, Baden, kurzum eine Umgebung, die viel Spielraum für
verschiedene Aktivitäten im Zusammenhang mit Wasser bietet.
Im September 2005 wurden in der
Stadtgalerie fünf Visionen von ETH-Studentinnen und Studenten unter der
Professur von Prof. Girot und der Assistenz von Martina Voser zur
Wasserlandschaft auf dem Rossboden ausgestellt. Das Interesse war so gross,
dass eine technische Machbarkeitsstudie erstellt wurde, die als Resultat die
Möglichkeit einer Wasserlandschaft auf dem Rossboden bejaht.
Nun wurde vom ETH Institut für
Landschaftsarchitektur ein detalliertes Projekt ausgearbeitet mit der Vision
der grössmöglichen Wasserfläche auf dem Rossboden /Rheinsand. Das Resultat
„ChuRivages“ ist als Broschüre 2008 veröffentlicht worden und fand grosse
Beachtung. Kernaussage von „ChuRivages“ ist Chur und Rhein näher zu bringen.
Der Fluss sollte zur neuen Stadtkannte umgeleitet werden und ein grösserer See
am Fusse des Calanda entstehen.
Dieser Vision nun stellten sich zwei Fakten
als Stolpersteine entgegen: die Grundwasserreserven für die Stadt Chur, die
gemäss einer neueren Untersuchung mehrheitlich vom Rhein gespiesen werden und
somit praktisch die Verlegung des Rheins verunmöglichen. Sowie die Calandaseitig gelegenen Trockenwiesen
von nationaler Beteutung, für die eine neue Lösung gesucht werden müsste.
So entschied der Seeverein im Herbst 2009
eine neue Variante ohne Verlegung des Rheins auszuarbeiten. Dieses neue Projekt
„Wasserlandschaft“ wird im Herbst 2010 vorliegen.